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DESCRIPTION:Vortrag mit Sophie Tadeuš "Kollektive Identität und Antisemitismus - Eine kritische Untersuchung von Mustern und Erzählungen im Nahostdiskurs linker Bewegungsakteur:innen"\n\nAus der Veranstaltungsreihe gegen Antisemitismus\, Antizionismus und Autoritarismus von der Universalistischen Linken Potsdam\n\nund im Rahmen der [KriSe] – Kritischer Semesterstart im KuZe\n\nund im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus und mit finanzieller Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung\n\nAm 30.10.2026 um 19:00 Uhr im KuZe - Studentisches Kulturzentrum\, Hermann-Elflein-Straße 10\, 14467\, Potsdam\n\nMit dem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 tritt in Deutschland und weltweit ein Diskurs zutage\, der den Überfall und die Massaker der Hamas und des Islamischen Dschihad als antikolonialen Widerstand deutet. Nicht wenige linke Akteur:innen sehen Israel dabei als legitimes Ziel solcher Angriffe an. Obgleich Antisemitismus in der politischen Linken kein neues Phänomen darstellt\, drängt sich vor diesem Hintergrund die Frage nach dessen Ermöglichungsbedingungen auf.\n\nIm Papier stellt Autorin Sophie Tadeuš die Erkenntnisse einer Kritischen Diskursanalyse vor\, die die Verschränkungen von antisemitischen Strukturen mit linkem Aktivismus im Kontext des Nahostkonflikts beleuchtet. Dafür wurden die Instagram-Beiträge von linken Bewegungsakteur:innen aus Berlin analysiert und entlang antisemitismus-\, bewegungs- und diskurstheoretischer Überlegungen eingeordnet. Die Untersuchung zeigt\, wie Akteur:innen sozialer Bewegungen kollektive Deutungen zum Nahostkonflikt erzeugen – und wie strukturell oder explizit antisemitische Elemente mit diesen zusammenhängen. Dabei kristallisiert sich der Antizionismus als hegemonialer Master Frame heraus\, während Antisemitismus als diskursive Gravitationskraft Identitätskonstruktionen zu stabilisieren scheint. \n\n\n\nWir behalten uns vor\, Menschen\, die nicht an einer konstruktiven Diskussion interessiert sind\, von der Veranstaltung auszuschließen.\n\n\n\nÜber die Veranstaltungsreihe zu Antisemitismus\, Antizionismus und Autoritarismus\n\n„Antisemitismus ist die Unfähigkeit\, gleichzeitig abstrakt zu denken und konkret zu fühlen.“   — Samuel Salzborn\n\nAntisemitismus stellt einen stetigen Bestandteil moderner Gesellschaften dar.\n\nSein gegenwärtiges Wiedererstarken steht in engem Zusammenhang mit aktuellen Konflikten im Nahen Osten. Die zunehmende Offenheit antisemitischer Äußerungen verweist jedoch weniger auf ein neues Phänomen\, als vielmehr darauf\, dass antisemitische Denkmuster kontinuierlich fortbestanden haben. Eine zentrale Herausforderung in der Bekämpfung des Antisemitismus liegt in seiner Vielschichtigkeit und Wandlungsfähigkeit. Er manifestiert sich in unterschiedlichen Kontexten und Ausdrucksformen – etwa in vermeintlich harmlosen Witzen\, medialen Diskursen\, wohlgemeinten politischen Redebeiträgen oder verkürzten Kapitalismuskritiken. Zugleich fehlt es häufig an einer fundierten Auseinandersetzung darüber\, was Antisemitismus ausmacht\, wie er funktioniert und auf welche Weise ihm wirksam begegnet werden kann.\n\nDie Vielschichtigkeit antisemitischer Erscheinungsformen zeigt sich unter anderem darin\, dass sie nicht auf ein bestimmtes politisches Spektrum beschränkt sind. Antisemitische Einstellungen können in unterschiedlichen ideologischen Kontexten auftreten. Kommunist*innen\, Faschist*innen\, Antirassist*innen\, AfD-Anhänger*innen\, Islamist*innen\, Rassist*innen\, Sozialdemokrat*innen oder OttoNormalbürger\, sie alle stehen sich meist unversöhnlich gegenüberstehen\, in antisemitischen Deutungsmustern sind sie wieder vereint. Etwa in der Vorstellung einer vermeintlichen jüdischen Einflussnahme auf globale Entwicklungen oder in der Delegitimierung des Staates Israel.\n\nRechtsextreme und islamistische Formen des Antisemitismus teilen häufig die Annahme einer umfassenden jüdischen Verschwörung\, die als Bedrohung für Volk\, Nation\, Religion oder gesellschaftliche Ordnung imaginiert wird. Diese Varianten artikulieren ihren Vernichtungswillen offen und werden (noch) von großen Teilen der politischen Öffentlichkeit zurückgewiesen.\n\nDemgegenüber äußern sich antisemitische Positionen in linken und bürgerlichen Kontexten häufig indirekter oder codierter\, zum Beispiel in der Behauptung: Israel würde seit seiner Gründung eine per se koloniale und genozidale Politik gegenüber den Palästinenser*innen verfolgen\, woraus ein radikaler Antizionismus abgeleitet wird\, der das Existenzrecht Israels in Abrede stellt.\n\nDabei war der historische Zionismus für viele Jüdinnen und Juden auch eine Bewegung der Selbstbefreiung: Das Streben nach politischer Selbstbestimmung und Sicherheit nach Jahrhunderten von Verfolgung. Wer das vollständig ausblendet\, verfehlt\, warum die Idee bis heute für viele legitim und notwendig erscheint. Auch wird dabei oft vergessen\, dass die israelische Gesellschaft selbst extrem plural ist - und dass ein erheblicher Teil der schärfsten Kritiker*innen innerhalb Israels stehen\, ohne dessen Existenzrecht infrage zu stellen.\n\nEine Gemeinsamkeit unterschiedlicher Erscheinungsformen des Antisemitismus liegt in ihrem autoritären Charakter. Autoritarismus lässt sich als eine Haltung beschreiben\, die durch unkritische Hingabe an ideologische Überzeugungen oder Autoritäten geprägt ist und alternative Perspektiven kaum zulässt. Typisch sind dabei dichotome Weltbilder (Gut versus Böse)\, die Reduktion komplexer Zusammenhänge auf einfache Erklärungen sowie eine Moralisierung politischer Konflikte.\n\nParallel dazu ist eine zunehmende Polarisierung politischer und insbesondere innerlinker Auseinandersetzungen zu beobachten. Der Druck zur schnellen und eindeutigen Positionierung ist enorm - ausbleibende oder differenzierte Stellungnahmen werden als Verrat gebrandmarkt.  Dies begünstigt eine Verschiebung der Grenzen des Sag- und Denkbaren: An die Stelle pluraler und kontroverser Debatten tritt zunehmend die Erwartung homogener und eindeutiger Positionen.\n\nDoch wo Erkenntnissuche durch dogmatische Gewissheit und der Moralisierung der politischen Sphäre ersetzt wird\, entsteht ein Nährboden für affektgeleiteten Hass\, der als vermeintliche Lösung nur noch die Vernichtung kennt.\n\nFür eine Kultur des Miteinanders\, für eine Kultur der solidarischen Kritik\, für sich gegenseitig Zuhören.\n\nGegen das Ausspielen von Antisemitismus und Rassismus.\n\nFür mehr Erkenntnis statt Empörung.\n\nGegen einfache Lösungen durch vermeintliche Eindeutigkeiten.\n\nFür das Aushalten von Komplexität und Widersprüchen.\n\nFür eine universalistische Linke.\n\n
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LOCATION:Die KUZE Kneipe 10 Hermann-Elflein-Straße 14467 Potsdam Brandenburg Deutschland
ORGANIZER:Universalistische Linke Potsdam
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SUMMARY:Vortrag mit Sophie Tadeuš: Kollektive Identität und Antisemitismus - Eine kritische Untersuchung
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URL:https://rotes.potsda.mn/events/0fc24287-7580-4f16-9623-1a3403ad8125
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